Variantensimulation · Wirtschaftlichkeitsvergleich
Machbarkeitsstudie Nahwärmeversorgung Wettersbach
Machbarkeitsstudie Nahwärmeversorgung Wettersbach
Für den Karlsruher Ortsteil Wettersbach untersuchte Team für Technik zwei Varianten einer CO2-armen Nahwärmeversorgung. Verglichen wurden ein Netz mit Solarthermie, Erdbeckenspeicher, Hackschnitzelkessel und Großwärmepumpen sowie ein Niedertemperaturnetz mit Erdwärmesonden, zentralen und dezentralen Wärmepumpen und einer Photovoltaik-Freiflächenanlage. Simulationen in Polysun und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zeigten, dass die zweite Variante einen konkurrenzfähigen und CO2-freien Wärmepreis ermöglicht.
Erstellung einer Machbarkeitsstudie über eine CO2-reduzierte Nahwärmeversorgung im Ortsteil Wettersbach im Rahmen des Förderprogramms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Ziel des Projektes war die Erarbeitung einer CO2-armen und wirtschaftlich konkurrenzfähigen Wärmeversorgung. Für das Projekt wurden in Abstimmung mit den Auftraggebern zwei Wärmeversorgungsvarianten erstellt. Bei Variante 1 handelte es sich um ein Nahwärmenetz mit einem Temperaturniveau von 85 °C/60 °C. Hier wurden ein großes Solarthermiefeld mit 17.000 m² Kollektorfläche, ein Erdbeckenspeicher mit 50.000 m³, ein Hackschnitzelkessel (1.400 kW) und Großwärmepumpen (900 kW) kombiniert. Bei der zweiten Variante wurde ein geringeres Temperaturniveau des Netzes mit 40 °C/25 °C untersucht. Dabei haben zentrale Großwärmepumpen (1.600 kW) mit ca. 400 Erdwärmesonden als Wärmequelle das Nahwärmenetz bedient. In den Gebäuden wurden zusätzlich dezentrale Wärmepumpen mit Wärmespeichern installiert, um das benötigte Temperaturniveau für die Gebäude zu erreichen. Mit der großen Photovoltaik-Freiflächenanlage (3.000 kWp) und einem Arealstromnetz konnte günstiger regenerativer Strom für die Wärmepumpen vor Ort produziert werden. Die beiden Varianten wurden in der Simulationssoftware Polysun abgebildet und hinsichtlich ausgewählter Parameter simuliert. Weiterhin wurde eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der beiden Varianten durchgeführt. Im Ergebnis konnte man mit der Variante 2 einen wirtschaftlich konkurrenzfähigen Wärmepreis erzielen. Durch den Bezug von ausschließlich regenerativem Strom verursacht diese Variante keine CO2-Emissionen und könnte in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur CO2-neutralen Energieversorgung in Karlsruhe leisten.
Wärmepumpe, Photovoltaik und Eigenstrom, Geothermie und Grundwasser
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